[Blogparade] Wieviel Privates gehört auf einen Blog?

Dienstag, Januar 19, 2016




Natürlich hat es einen Grund, warum ich hier auf dem Blog oder auch auf anderen Plattformen ruhiger geworden bin... und erst letzte Woche habe ich mich mit einer Freundin darüber unterhalten, ob ich das alles, was mir so widerfahren ist, nicht auch auf meinem Blog niederschreiben sollte. Dafür ist doch ein Blog eigentlich da... und irgendwie ist man seinen Lesern doch etwas schuldig, wenn man länger nichts postet, oder? Oder ist nach außen hin doch alles schick und schön? 

Es ist schon witzig, wie sich manche Dinge so ergeben. Denn kurz darauf habe ich einen interessanten Bericht zum Thema "Privates & Persönliches auf dem Blog" bei Anke vom Wohlfühlglück gefunden. Entstanden ist die Blogparade allerdings bei Maria und ihrem Blog Das Uhnruhewerk

Und somit schließe ich mich dieser Blogparade an und erzähle euch einmal meine Gedanken zu dem Thema... 

Ich glaube, oder ich denke, das viele Leser, bzw. nicht-Blogger denken, das die Welt der Blogger traumhaft sein muss. Man bekommt immer tolle Sachen zugeschickt, man wird auf Events eingeladen, man trifft tolle Leute auf der Fashion-Week und laut Instagram ist die Welt Rosa-Rot mit Plüsch und Glitzer. Die Hintergründe bei "Outfit-of-the-Day"-Bildern ist immer stimmig, aufgeräumt und sauber. Die gebügelte Bettwäsche passt zur Tapete in schönen Pastell-Tönen und auf der Kommode im Hintergrund steht (natürlich wie täglich benutzt und weil man Lippenstifte dort lagert) rein zufällig ein MAC-Lippenstift. Perfekt oder?

Hm... eher nicht. Auch wenn es den Anschein macht. Aber Blogger sind auch nur Menschen... Menschen mit Eheproblemen, Kindern die einfach nicht hören wollen und Nachbarn, die einen täglich auf´s neue zuparken, Post klauen und den Dreck vom Hausflur unter deren Türmatte schieben. 

Von mir gibt es wenig bis gar keine Outfit-Fotos, weil ich zwei Wäscheständer im Schlafzimmer vor dem Spiegel stehen habe und alles in einem Radius von 5 Metern nach Chaos aussieht und ich dies alles aus dem Zimmer entfernen müsste, was ich mir allerdings erst für das kommende Wochenende vorgenommen habe. Gut, ziehe ich das Outfit eben am Samstag nochmal an *g*. 

Produktfotos mal eben zwischendurch machen? Nö, ich müsste den Aschenbecher aus dem Bild schieben, mein Küchentisch hat vom malen, arbeiten, und von mir aus auch essen, seine Gebrauchsspuren und das Licht in der Küche ist eh komisch. Naja, das Produkt ist eh keine limitiertes, zeig das eben irgendwann mal... 

Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum es eigentlich die vielen Kaufverbote gibt? ... klaaaaar, weil der Blogger zwanzig Lippenstifte hat und keinen weiteren braucht... Hm, könnte auch daran liegen, das die Kasse knapp ist, die Reparatur vom Auto mehr gekostet hat als eingeplant oder weil die Waschmaschine komische Geräusche macht. 

Aber das sagt natürlich niemand... denn die Welt ist ja Rosa-Rot mit Plüsch und Glitzer ;) 

Wie viel Persönliches oder Privates gehört also in einen Blog? Hier mal meine Sicht der Dinge... 

Familie & Umgebung 

Seit den fünf Jahren die ich blogge gibt es von mir wenige Wohnungsfotos... Ich glaube, ich habe euch mal einen kleinen Einblick gegeben, aber ich lasse das nicht zu meinem Hobby werden - und welche Bettwäsche ich habe interessiert euch sicher auch nicht. o_O Schließlich lässt man auch keine Traube fremde Menschen zur Besichtigung durch die Wohnung laufen. Kleine Einblicke sind okay, diese lassen sich wohl auch nicht vermeiden, wenn man sich vor einem Spiegel fotografiert, aber komplett offene Room-Touren sind gar nichts für mich und schaue ich mir auch nicht an. 

Ja, ich habe eine Tochter und ich habe eine tolle Tochter... spielt sie aber hier eine Rolle? Nö. Kinderfotos gehören weder auf Facebook noch auf einen Blog. Ich freue mich auch für andere Blogger, die schwanger sind oder ein Kind bekommen haben, aber das dann ständig unverpixelte, und wenn möglich direkt vom Fotografen, Fotos dieser Babys auf dem Blog erscheinen und jeglicher Windelinhalt und Gefühlsschwankungen der Mutter auf dem Blog landen, kann ich nicht nachvollziehen und führen eher dazu, das ich nicht weiter folge. Ein voriger Beautyblog kann so für mich uninteressant werden. Allgemein finde ich Babytagebücher nicht so prickelnd, liegt aber eher daran, das meine Tochter aus dem Alter raus ist. 

Die Familie lasse ich außen vor, erwähne sie nebenbei, ...aber ein klares Bild von meiner Tochter, meiner Familie oder meiner Wohnung gibt es so nicht. Bloggt man mit dem Partner zusammen, kann man sich absprechen was Fotos o.ä. angeht... bloggt man mit Kindern... hm, nicht mein Fall... wissen denn die fünfjährigen Zwillinge mit dem strahlenden Lächeln, weil sie das tolle Bobby-Car testen dürfen, wo ihre Fotos landen? Kann man das Kleinkindern schon so vermitteln? Schwieriges Thema... 

Krankheiten & sonstige Probleme 

Ebenfalls ein schwieriges Thema. Wie oben schon geschrieben, sind wir Blogger auch nur Menschen. Auch wir haben Schnupfen, Liebeskummer und kriegen den ein oder anderen Pickel. Beautyblogger haben nicht immer einen perfekten Teint - sie wissen nur, wie man kleine Unebenheiten gut kaschiert oder sich ins rechte Licht rückt ;) Denkt immer daran, ihr normalen Menschen da draussen :D 

Nehmen wir mal ein Beispiel... Eine Beautybloggerin, der ich schon seit vielen vielen Jahren folge erkrankt schwer. Möchte ich das auf dem Blog lesen? Für die Bloggerin ist es sicher eine Art, besser damit umzugehen. Vielleicht will sie sich etwas von der Seele schreiben.. hat sonst niemanden, der ihr zuhört... will anderen Lesern vielleicht auch Kraft vermitteln... Hey, du bist nicht alleine usw.. Andere wiederum lesen dies und fühlen sich durch solche Beiträge gestärkt oder getröstet. Aber inwiefern möchte ich selbst das an mich heran lassen? Möchte ich mir Sorgen um sie machen müssen? Nein, eher nicht... Es geht nicht darum, das mir das nicht Leid tut, was ihr widerfahren ist oder das es mich kalt lässt, ich möchte es nur nicht an mich heran lassen. Dann lieber einen zweiten Blog eröffnen, für die vielen Mitbetroffenen und den Beautyblog, wenn möglich, weiterhin füllen. 

*****

Es ist wirklich ein schmaler Grad, wie viel Persönliches in einen Blog gehört. Ganz ehrlich könnte ich euch sagen, das ich keinen MAC-Lippenstift besitze, weil ich sie mir einfach nicht leisten kann (und nicht will)... würde ich euch schreiben, das ich einen Kaufstopp habe, weil ich im Mietrückstand bin? Wohl kaum. 

Auch bei mir ist seit Dezember einiges vorgefallen, was dazu geführt hat, das ich jetzt erst so langsam wieder mit dem bloggen anfange und in der Hinsicht auch gar nicht weiß, ob ich weitermache oder nicht, wie regelmäßig ich bloggen werde usw.. Das muss als Aussage reichen... Erzähle ich euch alles im Detail? Nein... weil mein Beautyblog ein Beautyblog bleiben soll und kein Seelenstrip. Gerne mit einer Blogparade zwischendrin - die nichts mit Beauty zu tun hat und dennoch zu meinen Blog passt. Genau wie es auch mal Ausflugsfotos oder ähnliches geben wird... 

Ich war schon immer froh darüber, das ich als Bloggerin nur ein kleines Licht bin... Zimtschnute? Wer ist das? :D Weil man so eben auch weniger angreifbar ist. Ich denke, es ist ggf. nicht so gesund, alles öffentlich zu machen, alles öffentlich breit zu treten, weil man eben nicht weiß, wer gerade mitliest. 

Aber gut das wir alle alt genug sind, um solche Entscheidungen zu treffen. Ich für meinen Teil halte mich mit persönlichen Dingen lieber bedeckt und erzähle dies Menschen in meinem Umfeld, denen ich dabei ins Gesicht gucken kann. 

*****

Wie geht ihr mit diesem Thema um? Lest ihr viele private Blogs oder eher die Gradlinigen? Schreibt ihr vielleicht selbst viel privates nieder und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Wie viel privates darf auf einen Blog und ab wann entfolgt ihr auch schon mal? 

Und was mich natürlich noch direkt von meinen Lesern interessiert... findet ihr meinen Blog zu unpersönlich? Würdet ihr mehr über mich wissen wollen oder sollte ich für euch transparenter werden? Wie wichtig ist es euch, auch eine persönliche Schiene zu dem Blogger, also zu mir, zu haben? 




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12 Kommentare

  1. Liebe Sabine,
    wow, ich bin schwer beeindruckt - vor allem von deiner Ehrlichkeit. Nein, ich finde nicht, dass du alle "Löcher stopfen", also sozusagen lückenlos über ALLES schreiben musst. Denn du sagst ja selbst, dass es Dinge gibt, über die du einfach nicht schreiben MAGST. Und ich finde,, das ist dein gutes Recht. Du versteckst dich ja nicht, gaukelst niemandem was vor, sagst einfach nur: "bis hierher und nicht weiter." Eine klare Grenze. Ich find das gut - und glaube außerdem, alles andere macht auch einfach nicht glücklich...
    Dank dir jedenfalls ganz herzlich für deine Teilnahme an meiner Blogparade!
    Viele Grüße
    Maria

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    1. Ich danke dir für diese Blogparade! :)
      Lieben Gruß, Sabine

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  2. Ich mag kleine Einblicke, aber eben nur die kleinen am Rande. Dies und das aus dem Leben, solche Dinge wie sie jedem von uns an einem x-beliebigen Tag eben passieren können. Mehr interessiert mich auch gar nicht. :) Schlüssellochgucker sind mir suspekt, ich kenn doch keinen der liest. Persönliche Freunde mal ausgenommen, aber die brauchen nicht lesen, die sind live dabei. :)

    mach dir keinen Kopp, dubist keinem Rechtfertigung schuldig, es ist dein Leben und dein Blogbaby. :D Liebste Grüße, Eva

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    1. Ja, es ist schwierig,.. manchmal will ich Fotos hochladen (Instagram o.ä.) und denke dann: Stop, ist das überhaupt interessant? Interessiert es jemanden, was du gerade machst/isst/trinkst/siehst? Wenn ich dann aber sehe, welches Zeug manche so hochladen... hm, okaaaaaay :D
      Also die Frage stellt sich schon, was intressiert die Leser und was nicht? Womit macht man sich interessant und womit sticht man etwas von den anderen Bloggern hervor. Ich habe es auch nach fünf Jahren bloggen noch nicht heraus bekommen - ist wohl Saisonabhängig :D

      Lieben Gruß und danke für deine Meinung!
      Sabine

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  3. Auf jeden Fall sollte jeder selber entscheiden, wieviel privates man auf dem eigenen Blog schreibt. Ich bin da auch ziemlich hart im nehmen. Wenn mich ein persönlicher Post mal nicht interessiert, klicke ich ihn weg. Bei Bloglovin geht das ja zum Glück ganz einfach. ^^ Generell mag ich es ganz gerne, wenn auch mal ein bißchen persönliches berichtet wird. So in Form von Wochenrückblicken oder so, weil ich immer auch die Bloggerin dahinter interessant finde.
    Kinderbilder gehen für mich auch gar nicht. Finde ich völlig unangebracht. Oft habe ich das Gefühl, die Leute denken gar nicht darüber nach, dass die Bilder ewig im Netz rum schwirren. :(
    Wenn ich dann mal etwas persönliches berichte, dann habe ich eigentlich keine negativen Reaktionen gehabt. Zum Glück.
    Was ich aber noch sagen muss ist, dass mir diese perfekte vorgespielte Welt ganz ganz gewaltig auf den Keks geht. Deswegen habe ich mich auch ziemlich aus der Communitiy zurück gezogen. Bei vielen Bloggerinnen habe ich das Gefühl, sie können selber nicht zwischen Schein und Sein unterscheiden. :)

    Ganz liebe Grüße und ich hoffe, es läuft bald wieder besser bei dir :-*

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    1. Danke meine Liebe, für dein Feedback... ich bin mit meiner Meinung also nicht alleine, das tut gut :)
      Wochenrückblicke und Freitagsfüller oder ähnliches finde ich auch okay und mache ich ja selbst auch - ich denke, das reicht als privates *g*.
      Schön das bisher keine negativen Reaktionen erhalten hast... gerade weil du ja auch über Hautprobleme o.ä. schreibst und das finde ich wiederum gut, das du das Thema nicht versteckst - gehört ja auch mit in einen Beautyblog - also weiter so :)

      Lieben Gruß, Sabine

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  4. Hallo Sabine, ich finde es ganz interessant ein wenig persönliches von denen zu lesen wo ich sowieso gern vorbei schaue. Dass muss jetzt aber nicht in Seelestrip enden. Einfach authentisch sein. Das die Welt nicht immer rosa ist weiß ich leider auch sehr gut. Manchmal rutscht mir da durchaus etwas dazu raus, weil es weg muss, weil ich auch glaube mich rechtfertigen zu müssen wo ich abgeblieben bin. Aber ich glaube das bleibt trotzdem auch bei mir immer so im Rahmen. Hab ein schönes Wochenende ela

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    1. Es wäre natürlich auch schön, wenn man sich nicht rechtfertig müsste, wenn man länger nichts von sich hören lässt, sondern wenn die Leser selbst mal auf einen zukommen würden, und einfach mal fragen "Hey, was ist los?"... Aber meist hat man Angst, das sich die Leser entfernen, schwupps ist ein neuer Blog viel interessanter und schon ist man raus aus dem Feedreader *g*. Nein, ganz so schlimm ist es natürlich nicht...

      Ich lese deinen Blog auch sehr gerne und finde die Mischung auch sehr gut... nicht zuviel und nicht zu wenig - aber weiterhin authentisch.

      Lieben Gruß, Sabine

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    2. Oh das war ein liebes Kompliment! Danke dir!

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  5. Spannender Post und ich sehe vieles ganz ähnlich wie du. Ich glaub, ich werde mich dieser Blogparade mal anschließen. Gerade, weil ich zuvor schon viele Jahre sehr persönlich gebloggt habe und dann irgendwann immer das Gefühl hatte: nein, das war jetzt doch zuviel. ;)

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    1. Ich habe deinen Post schon gelesen, wollte etwas schreiben, und dann war der Text weg *grr*... wie das immer so ist. Aber wir vertreten wohl dieselbe Meinung (zumindest überwiegend)... Ich lese deinen Blog auch erst seit kurzem und werde ihn gerne weiterhin verfolgen... solltest du wieder einmal zuviel preis geben, werde ich dich daran erinnern :D Spaß beiseite - dir noch viel Spaß weiterhin und vielen Dank für deinen Besuch bei mir :)

      Lieben Gruß, Sabine

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  6. Hallo Sabine, schön geschrieben und bei einigen Äußerungen kann ich Dir nur voll zustimmmen. Werde mal schauen, ob ich auch noch etwas zu dieser Blogparade schreiben kann.
    Schönes Wochenende und viele Grüße
    Kirsi

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